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letzter Beitrag von siebziger am

Zeitungsbericht "Güterzug rast ungebremst durch Nordbayern"

  • Wenn aber die hintere Lok mit angekuppeltem Zug die Bremse komplett gelöst hatte und dann die 2. Lok nicht an die Bremse angeschlossen wurde, dann ist der hintere Zug komplett "frei" und dann kann genau sowas passieren.


    Wenn eine Bremsprobe gemacht worden wäre (was ja scheinbar nicht passiert ist) wäre das sofort aufgefallen.

  • Dann wird es vermutlich jetzt richtigen Ärger geben. Denn jeder Arbeitsschritt muss in den Unterlagen quittiert werden. Übrigens auch das Ergebnis der Bremsprobe. Spätestens da hätte auffallen müssen, dass etwas übersehen wurde. Ein solches Maß an Schlampigkeit ist kaum vorstellbar, so nach der Art: Ich quittiere mal, wird schon alles gut sein.

  • Nagutt, ich erinnere mich daran, dass an der Geißlinger Steige auch keine feste Verbindung zwischen Schublok und dem Zug besteht. Die meisten der hier versammelten Driver versuchen einen Vergleich zu unserem Bähnle herzustellen. Das ist unzulässig. Selbst an der Steige gibt es eine ständige Funkverbindung zwischen den beiden Drivern und dem Fahrdienstleiter.

    Welche Handlungen für eine Doppeltraktion notwendig sind, kann man bei RailJet Advanced oder ähnlichen Erweiterungen halbwegs nachvollziehen. Schon da ist nichts mit automatischer Kupplung bei max. 5 km/h und fertig. Für einige Loks gibt es stark vereinfachte Tutorials für Doppeltraktion. Lestma die Abschnitte.

    Hat sich irgend einer von euch Gläubigen schon mal Gedanken darüber gemacht, das ein schwerer Güterzug angeblich 100 km durch Franken gefahren sein soll und es den beiden Lokführern an keiner Stelle der zweistündigen Fahrt aufgefallen ist, das keine Verbindung über Steuer- und Bremsleitung zwischen 1. und 2. Lok besteht? Schon dies gehört in das Reich der Märchen und Legenden. Nun erzählt mir nicht, dass sie den Zug nicht stoppen konnten und was passierte am Zielbahnhof?

    Richtig gesehen, könnte man von der 1. Lok aus überhaupt nicht die 2. steuern oder habt ihr eine Idee wie man das in der Realität bewerkstelligen könnte.

    Lt Pressebericht sollen zwei Lokführer entlassen worden sein und was ist mit dem Rangierpersonal, welches den Zug zusammen gestellt und dem Fahrdienstleiter, der die Fahrt ohne Bestätigung erlaubt und freigegeben hat? Ihr glaubt aber auch alles.

    Ich hatte die Pressemär absichtlich zur Volksbelustigung hier reingestellt, aber, nicht dass ihr alles für bare Münze nehmt, sondern euch genauso köstlich wie ich amüsiert.

  • Beim temporären Nachschub auf Steilrampen wie der Geislinger Steige, ist es richtig, dass die Schublok nicht angekuppelt oder anderweitig mit dem Zug verbunden wird, da der dieser auf dem Rest des Weges mit einer Lok gut auskommt. Da sind dann aber auch beide Maschinen besetzt. Ist die Steigung überwunden, fährt der Zug einfach weiter und der Nachschub bremst, um für die nächste Fuhre wieder bereit zu stehen.


    Wenn die hintere Lok permanenten Nachschub leistet, wird sie von der vorderen Lok "ferngesteuert", was hier wohl der Fall gewesen sein soll, wenn ich es richtig verstanden habe. Wie Hinterwaeldler schon richtig schrieb, kann sie nur bei vollständiger Verbindung angesteuert werden. Sollte aus irgend einem Grund der Nachschub fehlen, was bei einer unvollständigen Verbindung der Fall wäre, würde man dies sofort merken.


    Anders sähe es aus, wenn die hintere Lok einfach nur mitgenommen würde. Die Vordere könnte zwar ziehen, aber nicht mehr bremsen. Dazu müssten aber bei der hinteren Lok die Bremsen gelöst worden sein, was aber nicht gemacht wird, da der Zug sonst wegrollen würde. Die Bremsen werden erst von der Zuglok aus gelöst, was aber bei fehlender Verbindung nicht ginge.


    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist diese Meldung eine reine Erfindung, die man als Blödsinn bezeichnen könnte.

  • Dieser verknotete Unfug von jenseits der Waldgrenzen nervt jetzt langsam. Bevor es das Internet gab, waren die Verschwörungstheoretiker am heimatlichen Stammtisch immer ziemlich isoliert, und das war auch wunderbar so.


    Wieviel Zucker wollt ihr dem Affen eigentlich noch geben? :cursing:


    Die Erstmeldung zu dem Vorfall kam vom Fahrdienstleiter Wiesau und wurde über die Störungsmeldungen von DB Netz bekanntgegeben.

    Und die Bundespolizei entscheidet sich auch nicht nur aufgrund einer "Pressemär" (Hinterwäldlerzitat), Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr aufzunehmen.


    Völlige Ahnungslosigkeit gepaart mit dem unbedingten Willen, irgendwelche Botschaften transportieren zu wollen, ist schon echt eine spezielle Mischung... :cursing:

  • So schaut es nach einer "schlampig durchgeführten" Bremsprobe aus!


    Wampersdorf 2002


    Am 26. Februar 2002 prallte auf der Pottendorfer Linie in Wampersdorf ein aus 28 Wagen bestehender Güterzug Sopron–Ebenfurth–Wien Zvbf auf eine mit 21 Lastwagen beladenen Rollende Landstraße (RoLa) zusammen. Der Begleitliegewagen der RoLa wurde völlig zerstört. Von den 21 Lkw-Fahrern wurden 6 getötet und 15 teils schwer verletzt. Ursache des Unfalls war Bremsversagen. Bereits auf der Fahrt von Sopron nach Ebenfurth zeigte der Zug eine schlechte Bremswirkung, weil die letzten beiden Wagen nicht an der Druckluftbremse angeschlossen waren. Weil in Ebenfurth nach dem Richtungswechsel die Bremsprobe nicht korrekt durchgeführt wurde, bemerkte man den geschlossenen Bremshahn vom nun zweiten zum dritten Wagen nicht.

    LG Capodistria


    Rechner:
    Win 10 Professional 64bit, Intel Xeon CPU E3-1230 v3@3,30GHz, 16 GB RAM, nVidia GTX-1080
    TS auf separater SSD Samsung 860 Pro 512GB.


  • Für alle Hinterwäldler könnte ich jetzt noch das Eisenbahnunglück im Vorharz erwähnen, wo ein Kalkzug mit einem Triebwagen zusammen stieß. Der Lokführer hatte auch die Doppeltraktion falsch behandelt und befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks wohl nicht auf der führenden Lok. Wo sich die beiden Lokführer dieses Unfallzuges zu welchem Zeitpunkt befanden, wird die Untersuchung des Eisenbahn-Bundesamtes zeigen.


    Daher mein Vorschlag: warten wir die offizielle Untersuchung ab, der Bericht wird - entgegen der Verschwörer - öffentlich sein.


    Kleine Anmerkung: In meiner Heimatstadt Cuxhaven gab es letztes Jahr auch ein Unglück, wo sich jeder fragt, wie das passieren konnte (Rangierlokomotiven im Durchgangsgleis, FdL gibt die Strecke frei. Trotz guter Sicht, genügend Bremsweg und gerader Strecke rauscht der Autozug in die Rangierloks.


    Gruß

    Norbert

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